Wie berechne ich die Lost Time Injury Rate?
Die Formeln für LTIR und TRIR, der Vergleich der Bezugsbasis 200.000 gegen 1.000.000 Stunden, ein Rechenbeispiel und wie QuickInspect beide Kennzahlen automatisch aus Vorfällen und Arbeitsstunden berechnet.
Zuletzt geprüft: 21. September 2026
Kurz gesagt: Multiplizieren Sie Ihre Fallzahl mit der von Ihrem Publikum erwarteten Bezugsbasis (200.000 Stunden nach OSHA-Konvention, 1.000.000 Stunden nach EU-/ISO-Konvention) und teilen Sie durch die im Zeitraum tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden. Die LTIR zählt nur Verletzungen mit Ausfalltagen; die TRIR zählt jeden meldepflichtig erfassten Fall. Ohne Angabe der Basis ist die Kennzahl wertlos, denn eine Rate auf 200.000 Stunden ist fünfmal so hoch wie dieselbe Rate auf 1.000.000 Stunden. Hier sind beide Formeln, ein Rechenbeispiel und das, was QuickInspect für Sie übernimmt.
Die beiden Formeln
| Kennzahl | Formel | Was gezählt wird |
|---|---|---|
| LTIR (Lost Time Injury Rate, auch LTIFR) | (Ausfalltag-Fälle × Bezugsbasis) ÷ geleistete Arbeitsstunden | Nur Verletzungen mit mindestens einem Ausfalltag |
| TRIR (Total Recordable Injury Rate, auch TRIFR oder OSHA Recordable Incident Rate) | (meldepflichtig erfasste Fälle × Bezugsbasis) ÷ geleistete Arbeitsstunden | Todesfälle, Ausfalltag-Fälle, Fälle mit eingeschränkter Arbeit und Fälle mit medizinischer Behandlung |
„Geleistete Arbeitsstunden" meint tatsächliche Arbeitszeit aller vom Zählbereich erfassten Personen, einschließlich Fremdfirmen, sofern diese im Geltungsbereich liegen — nicht Kopfzahl und nicht Sollstunden. Genau hier passieren die meisten Fehler, weil Lohnsysteme bezahlte Stunden erfassen, nicht geleistete.
Welche Basis: 200.000 oder 1.000.000 Stunden
- 200.000 Stunden ist die OSHA-Konvention: der ungefähre Gegenwert von 100 Vollzeitbeschäftigten, die 40 Stunden pro Woche über 50 Wochen im Jahr arbeiten. Sie ist der Standard für US-orientierte Berichte.
- 1.000.000 Stunden ist die Basis, die die meisten europäischen HSE-Teams, konzernweite Dashboards und ISO-45001-Audits verwenden, weil sie eine vergleichbare Rate über unterschiedlich große Standorte liefert, ohne schwer lesbare Kommastellen.
Beide sind willkürliche Multiplikatoren, die einen kleinen Bruch in eine lesbare Zahl verwandeln. Keine ist „richtiger" als die andere; entscheidend ist, welche Basis Sie angeben, und niemals Raten auf unterschiedlicher Basis im selben Diagramm oder Benchmark zu mischen.
Was als „meldepflichtig erfasst" zählt
Nicht jeder erfasste Vorfall fließt in den Zähler ein. Bei einer typischen neunteiligen Vorfallklassifikation sieht die Aufteilung meist so aus:
| Klassifikation | Fließt in LTIR | Fließt in TRIR |
|---|---|---|
| Todesfall | Ja | Ja |
| Ausfalltag-Fall | Ja | Ja |
| Fall mit eingeschränkter Arbeit | Nein | Ja |
| Fall mit medizinischer Behandlung | Nein | Ja |
| Erste-Hilfe-Fall | Nein | Nein |
| Unsicherer Zustand / unsichere Handlung (Beinaheunfälle) | Nein | Nein |
| Umweltvorfall, positive Beobachtung | Nein | Nein |
Erste-Hilfe-Fälle und Beinaheunfälle sind für die Prävention wichtig, gehören aber in keine der beiden Raten — wer sie mitzählt, bläht die Zahl auf und macht sie mit keinem fremden Wert mehr vergleichbar.
Ein Rechenbeispiel
Ein Standort mit 120 Beschäftigten erfasst im Jahr 220.000 geleistete Arbeitsstunden, dabei 3 Ausfalltag-Fälle, 2 Fälle mit eingeschränkter Arbeit und 4 Fälle mit medizinischer Behandlung (insgesamt 9 meldepflichtig erfasste Fälle, kein Todesfall):
| Kennzahl | Auf Basis 1.000.000 | Auf Basis 200.000 |
|---|---|---|
| LTIR | 3 × 1.000.000 ÷ 220.000 = 13,6 | 3 × 200.000 ÷ 220.000 = 2,7 |
| TRIR | 9 × 1.000.000 ÷ 220.000 = 40,9 | 9 × 200.000 ÷ 220.000 = 8,2 |
Derselbe Standort, dasselbe Jahr, dieselben Verletzungen — allein durch den Wechsel der Basis eine fünfmal so hohe Zahl. Nennen Sie die Basis immer im Diagramm.
Deutschlands eigene Kennzahl: die 1000-Mann-Quote
Die deutschen Berufsgenossenschaften veröffentlichen weder LTIR noch TRIR. Ihre eigene Statistik ist die 1000-Mann-Quote: meldepflichtige Arbeitsunfälle (dieselbe Schwelle wie bei der Unfallanzeige — mehr als drei Ausfalltage) je 1.000 Vollarbeiter im Jahr. Sie beantwortet eine ähnliche Frage mit einem anderen Nenner: Beschäftigte statt Stunden.
LTIR und TRIR bleiben für ein deutsches oder europäisches Unternehmen aus zwei Gründen relevant, die mit der Berufsgenossenschaft nichts zu tun haben: ISO 45001 Abschnitt 9.1 verlangt dokumentierte Kennzahlen zur Arbeitsschutzleistung als Nachweis für die Managementbewertung, und CSRD/ESRS S1-14 fordert von berichtspflichtigen Unternehmen eine Quote meldepflichtiger Vorfälle. Führen Sie beides parallel — eine nationale Kennzahl für den Träger und eine internationale Rate für die Zertifizierungsstelle und das Konzern-Dashboard; beide beantworten unterschiedliche Fragen, und keine ersetzt die andere.
Wie QuickInspect das für Sie berechnet
- Arbeitsstunden rein, Rate raus. Das KPI-Dashboard zeichnet kumulative LTIR-/TRIR-Häufigkeitsraten aus den von Ihrem Unternehmen erfassten Arbeitsstunden, auf der in den regulatorischen Einstellungen konfigurierten Basis — 1.000.000 Stunden nach EU-Konvention oder 200.000 Stunden nach OSHA.
- Klassifikation speist den Zähler. Jeder Vorfall wird einer von neun Klassifikationen zugeordnet, und das monatliche Diagramm schlüsselt die Zahlen neben den Häufigkeitskurven nach Klassifikation auf, sodass Sie sehen, ob eine Bewegung der Rate von Ausfalltag-Fällen oder eingeschränkter Arbeit getrieben wird.
- Zielwerte, nicht nur Historie. Setzt ein aktives Arbeitsschutzziel einen Zielwert für eine Rate, erscheint dieser als Referenzlinie im Diagramm — das Ziel nach ISO 45001 §6.2, direkt neben der Ist-Kurve.
- Arbeitsstunden ohne manuelle Eingabe. Arbeitsstunden lassen sich über die API aus Ihrem ERP übertragen (
GET /v1/kpisliefert dieselbe Aggregation zurück), sodass der Nenner nicht davon abhängt, dass jemand ihn monatlich von Hand in eine Tabelle einträgt. - Für alle sichtbar. Das KPI-Dashboard mit LTIR-/TRIR-Kurven ist Teil jedes QuickInspect-Tarifs ab Free, beschränkt auf die Projekte, auf die die jeweilige Person Zugriff hat; das vollständige Dashboard lässt sich als paginiertes PDF für die Managementbewertung exportieren, und Key User mit vollständiger Unternehmenssicht exportieren die ESRS-S1-14-Datenpunkte für die CSRD-Berichterstattung.
Stimmen die geleisteten Arbeitsstunden, erledigt sich der Rest von selbst — das KPI-Dashboard rechnet in dem Moment, in dem ein Vorfall abgeschlossen und die Stunden erfasst sind.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen LTIR und TRIR?
Die LTIR (Lost Time Injury Rate) zählt nur Verletzungen, die mindestens einen Ausfalltag zur Folge hatten. Die TRIR (Total Recordable Injury Rate) zählt jeden meldepflichtig-erfassten Fall: Todesfälle, Ausfalltag-Fälle, Fälle mit eingeschränkter Arbeit und Fälle mit medizinischer Behandlung. Die TRIR ist bei gleichen Arbeitsstunden immer gleich hoch oder höher als die LTIR, weil sie einen breiteren Kreis von Verletzungen erfasst.
Soll ich die Basis 200.000 oder 1.000.000 Stunden verwenden?
Nutzen Sie die Basis, die Ihr Publikum erwartet. 200.000 Stunden ist die OSHA-Konvention (in etwa 100 Vollzeitbeschäftigte über ein Jahr) und Standard bei US-orientierter Berichterstattung. 1.000.000 Stunden ist die Basis, die die meisten europäischen Konzerne, ISO-45001-Auditoren und internationale HSE-Dashboards verwenden. Wählen Sie eine Basis, nennen Sie sie neben jeder veröffentlichten Rate, und vergleichen Sie niemals Raten auf unterschiedlicher Basis, ohne vorher umzurechnen.
Sind LTIR oder TRIR in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben?
Kein deutsches oder EU-Gesetz nennt LTIR oder TRIR namentlich. Die deutschen Unfallversicherungsträger führen eine eigene Statistik, die 1000-Mann-Quote (meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1.000 Vollarbeiter). LTIR und TRIR werden in Deutschland relevant über die ISO-45001-Zertifizierung, die dokumentierte Kennzahlen zur Arbeitsschutzleistung verlangt, und über die CSRD-/ESRS-S1-Berichterstattung, die eine Quote meldepflichtiger Vorfälle fordert.
Wie berechnet QuickInspect LTIR und TRIR für mich?
Das KPI-Dashboard zeichnet kumulative LTIR- und TRIR-Kurven aus den von Ihrem Unternehmen erfassten Arbeitsstunden und der Klassifikation jedes erfassten Vorfalls, auf der in Ihren regulatorischen Einstellungen gewählten Basis von 1.000.000 oder 200.000 Stunden. Setzt ein Arbeitsschutzziel einen Zielwert, erscheint dieser als Referenzlinie neben der Ist-Kurve, und das gesamte Dashboard lässt sich als PDF exportieren.
Weitere Ratgeber
- Arbeitsschutz-Software vergleichenWorauf es bei der Auswahl einer HSE- oder Arbeitsschutz-Software wirklich ankommt: Kriterien, typische Fehler im Auswahlprozess und Fragen für die Anbieterdemo.
- Eine Plattform für alle HSE-FunktionenWarum eine HSE-Plattform mehr leistet als viele Einzeltools: verknüpfte Daten von der Gefährdungsbeurteilung bis zur Maßnahme, weniger Logins, besseres Reporting und was Sie vorher prüfen sollten.
- Kosten eines HSE-Systems mit KIRealistische Kostenspannen für HSE-Software mit KI: Preise pro Nutzer im Vergleich zu Enterprise-EHS-Suiten, versteckte Einführungskosten und ein Rechenbeispiel für 50 Beschäftigte.
- Software für die GefährdungsbeurteilungWas das ArbSchG von der Gefährdungsbeurteilung verlangt, welche Funktionen eine Software wirklich abdecken muss und woran Einführungen in der Praxis scheitern.